Rückblick COP 27

Wie blicken wir auf die Ergebnisse der COP 27?
Ein paar Wochen nach der Klimakonferenz in Ägypten, wollen wir die Ergebnisse nochmals kurz
zusammenfassen. Hierbei sollen zunächst die kapitalmarktbezogenen Ergebnisse und im
Anschluss die Gesamtergebnisse erklärt und bewertet werden.
Finance Day:
„Wir haben lieber keinen Deal als einen schlechten“ deklarierte Frans Timmermann der
Chefverhandler und Leiter der EU-Klimapolitik kurz vor Abschluss der COP. Die Debatte zu „Loss
and Damage“ auf der COP 27 ist geprägt durch Vorbehalte der EU und der USA. Gestritten wird
insbesondere um die Frage, ob der globale Norden die durch den Klimawandel bedingten Schäden
ausgleichen soll. Instrument soll hier ein neuer Fonds unter dem Dach der UN sein. Die
Verhandlungen hierzu sind selbst am Freitag, den 18.11.2022, den letzten offiziellen Tag der COP,
noch nicht abgeschlossen. Erst am Wochenende dann die Einigung: Die Weltklimakonferenz hat
sich auf einen gemeinsamen Geldtopf zum Ausgleich von Klimaschäden in ärmeren Ländern
geeinigt. In der gemeinsamen Abschlusserklärung werden jedoch keine Summen für den neuen
Fonds genannt und auch nicht, wer genau einzahlen soll. Dazu soll ein Komitee Vorschläge bis zur
nächsten Klimakonferenz in einem Jahr in Dubai erarbeiten. Begünstigt werden sollen
Entwicklungsländer, die besonders gefährdet sind. Streit gab es hier insbesondere mit der
Volksrepublik China. In der UNFCCC von 1992 wird China nämlich als ein solches
Entwicklungsland angesehen und fordert deshalb von den USA und Europa ebenfalls finanzielle
Unterstützung. Die USA und auch die EU sehen China jedoch gemessen an der Wirtschaftskraft
eher als Geberland.
Damit blieb die Einigung hinter den Erwartungen zurück. Dennoch wurde erstmals ein
gemeinsamer Finanzierungsmechanismen gefunden, um gezielt den am stärksten betroffen
Menschen bei Klimakatastrophen zu helfen. Dies kann als Erfolg gesehen werden, da der globale
Norden nun neben den Folgen des anthropogenen Treibhauseffekts in den eigenen
Landesgrenzen wie ein Bürge für die Klimaschäden im globalen Süden aufkommen soll. Dies
könnte als Art Katalysator für die Transformationsprozesse im globalen Norden wirken und die
Anreize hin zu einer Kreislaufwirtschaft weiter festigen.
Endergebnisse der COP 27:
In ihrer Abschlusserklärung bekräftigten die rund 200 Staaten am frühen Sonntagmorgen den
20.11.2022 außerdem ihre frühere Entscheidung, schrittweise aus der Kohle auszusteigen. Ein
Abschied von Öl und Gas wird aber nicht erwähnt. Im Gegenteil: Auf der COP 27 wurden 14 neue
Gas-Großprojekte vereinbart. So planen Senegal und Mauretanien schwimmende LNG-Terminals
an der Seegrenze zwischen den beiden Ländern. Wenn das gesamte Gasvorkommen gefördert
würde, entspräche dies dem Ausstoß von 2,2 Milliarden Tonnen CO₂ – fast das Doppelte der
derzeitigen jährlichen Energieemissionen des gesamten afrikanischen Kontinents. Der deutsche
Bundeskanzler hat zugesagt, das gefährliche Projekt mit Investitionen und technischer Entwicklungshilfe für die
Kraftwerksinfrastruktur zu unterstützen. In der Abschlusserklärung werden die Staaten außerdem
aufgefordert, ihre größtenteils unzulänglichen Klimaschutzpläne bis spätestens zur nächsten
Klimakonferenz nachzubessern. Ebenfalls fehlen wichtige Einigungen darüber, dass 2025 die Emissionen
ein letztes Mal global peaken sollen, um dann den internationalen Reduktionspfad einzulenken.

 

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