Wie schnell kann unsere Welt zu 100% nachhaltig werden?

Das heutige Thema dreht sich um die Frage, wie schnell sich unsere globale Wirtschaft nachhaltig aufstellen kann und wie schnell erneuerbare Energien fossile Energieträger ablösen werden.

Die Folgen des Klimawandels sind überall auf der Welt spürbar und große Teile der Bevölkerung haben schon jetzt mit diesen Folgen zu kämpfen.

Da die Energie- und Kraftstoffkosten so hoch sind wie nie zuvor, sucht die Welt nach kosteneffizienten Lösungen für die Abkehr von Öl und Gas zur Deckung des Energiebedarfs. Glücklicherweise besagt eine neue Studie der Stanford University, dass der Umstieg auf erneuerbare Energiequellen vielleicht gar nicht so schwierig ist, wie wir denken. Nach der Untersuchung von 145 Ländern haben die Forscher festgestellt, dass die Umstellung auf saubere Energie und die Elektrifizierung aller Energiesektoren weder zu Stromausfällen noch zu einem Preisanstieg führen wird. Der Studie zufolge würden die Preise sogar sofort sinken, und alle Vorlaufkosten für die Umstellung auf 100 % erneuerbare Energien würden sich in nur sechs Jahren amortisieren.

Die Studie wurde von Professor Mark Z. Jacobson, Professor für Bau- und Umwelttechnik an der Stanford University und Direktor des Atmosphere/Energy Program, geleitet. Professor Jacobson ist seit langem ein Befürworter von 100 % erneuerbarer Energie und veröffentlichte 2020 ein Buch zu diesem Thema.

Er meint: „Wir brauchen keine Wundertechnologien, um diese Probleme zu lösen. Durch die Elektrifizierung aller Energiesektoren, die Erzeugung von Strom aus sauberen, erneuerbaren Quellen, die Erzeugung von Wärme, Kälte und Wasserstoff aus solchem Strom, die Speicherung von Strom, Wärme, Kälte und Wasserstoff, die Ausweitung der Übertragung und die zeitliche Verlagerung eines Teils der Stromnutzung können wir überall sichere, billige und zuverlässige Energie schaffen.“ (übersetzt)

Einer der Hauptgründe dafür ist, dass die auf Verbrennung basierenden Energiesysteme, die die meisten Länder nutzen, sehr viel Energie benötigen, um zu funktionieren. Bei einem Wechsel zu einem sauberen, erneuerbaren Energiesystem würde der weltweite Energieverbrauch laut Professor Jacobson sofort um 56 % sinken. Die Einsparungen sind auf die Effizienz sauberer Energie im Vergleich zu Verbrennungssystemen sowie auf die Effizienz der elektrifizierten Industrie zurückzuführen, da keine Energie mehr für die Beschaffung fossiler Brennstoffe aufgewendet werden müsste.

Und das sind noch nicht alle guten Nachrichten. Ein sauberes, erneuerbares Energiesystem senkt die Kosten pro Energieeinheit um durchschnittlich 12 %, was zu 63 % niedrigeren jährlichen Energiekosten führt. Natürlich hat ein sauberes Energiesystem auch viele gesundheitliche Vorteile, da es die Umweltverschmutzung reduziert.

Für ihre Bewertung untersuchte das Forscherteam Onshore- und Offshore-Windenergie, Solarenergie, Solarwärme, geothermische Elektrizität und Wärme, Wasserkraft sowie geringe Mengen an Gezeiten- und Wellenenergie. Batterien waren die gängigste Stromspeicherlösung, wobei das Team feststellte, dass keine Batterien mit mehr als vier Stunden Speicherkapazität erforderlich waren.

Bei einem geschätzten Bedarf von 62 Billionen Dollar für die Erneuerung der Systeme in 145 Ländern – die 99,7 % des weltweiten Kohlendioxids produzieren – ist der Preis nicht gering. Die Umstellung auf saubere, erneuerbare Energie ermöglicht jedoch sofortige Einsparungen von 11 Billionen Dollar pro Jahr. Das bedeutet, dass die Welt die Vorlaufkosten in nur sechs Jahren ausgleichen könnte, wenn diese Länder nur bereit wären, den Wechsel vorzunehmen.

Professor Jacobson und sein Team empfehlen, dass die Welt bis 2035, spätestens aber bis 2050 auf 100 % erneuerbare Energien umsteigt. Das Team arbeitet dafür, dass 80 % der Weltbevölkerung bis 2030 umgestellt werden.

Auch wenn dies unerreichbar scheint, machen einige Länder bereits Fortschritte. Island wird zu fast 100 % mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgt, ebenso wie Albanien und Paraguay. Und selbst Brasilien mit seiner großen Bevölkerung und seiner durchwachsenen Umweltbilanz bezieht etwa 80 % seines Stroms aus erneuerbaren Quellen. Letztendlich sind diese Ziele also nicht außer Frage, solange mehr Regierungen mitmachen.

Auch wenn viele Menschen nicht mehr an das 1,5 Grad Ziel glauben, ist es für uns die Prämisse für dieses Ziel zu kämpfen, jede kleinste Minderung der Erderwärmung ist ein wichtiger Schritt um die Klimakatastrophen welche uns bevorstehen, abzumildern.

Für eine lebenswerte Zukunft #fightforgreen #esg

Quellen: Twitter und Veröffentlichungen Prof. Jacobsen
https://twitter.com/mzjacobson/
http://web.stanford.edu/group/efmh/jacobson/Articles/I/USStatesWWS.pdf

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